Schmuck & Fassungen

Edelsteine selbst einfassen: Fassung und Größe richtig wählen

Vorgefertigte Edelsteinfassungen aus Silber oder Gold machen das Einfassen auch für Einsteiger zugänglich. Entscheidend sind Form, Schliffart, Länge, Breite, Tiefe und eine Fassung, die ohne Gewalt zum Stein passt.

Runder facettierter Stein in einer offenen Krappenfassung aus Silber
Eigene Aufnahme aus dem freigegebenen NaturalGems-Bildbestand.
Geeignet für
Einsteiger und Hobbyarbeiten
Größenregel
bis 0,4 mm bei der Nennmaß-Fassung
Ab 0,5 mm
nächstgrößere Fassung prüfen

Vorgefertigte Edelsteinfassungen aus Silber oder Gold machen das Einfassen auch für Einsteiger zugänglich. Entscheidend sind Form, Schliffart, Länge, Breite, Tiefe und eine Fassung, die ohne Gewalt zum Stein passt.

Vorgefertigte Fassungen sind nicht nur für Goldschmiede

Die Edelsteinfassungen im NaturalGems-Shop sind so vorbereitet, dass auch Einsteiger und Hobbygestalter einen passenden Stein einsetzen können. Je nach Modell gibt es Anhänger, Ohrstecker, Ringe oder einzelne Chatonköpfe in 925er Silber sowie Ausführungen oder Bestellmöglichkeiten in Gold. Auch vergoldete Silberfassungen können angeboten werden. Welche Metall- und Größenvariante aktuell verfügbar ist, steht immer beim jeweiligen Artikel.

„Für jedermann geeignet“ bedeutet dennoch nicht, dass jeder Stein ohne Prüfung in jede Fassung gedrückt werden kann. Eine ruhige Hand, glatte Werkzeuge und ein passendes Verhältnis zwischen Stein und Fassung sind erforderlich. Bei teuren, spröden, stark eingeschlossenen oder ungewöhnlich geschliffenen Einzelsteinen ist professionelle Hilfe die sicherere Wahl.

Zuerst Form und Schliffart bestimmen

Rund, oval, rechteckig, quadratisch, Herz, Tropfen und Navette sind nicht untereinander austauschbar. Selbst wenn Länge und Breite ähnlich erscheinen, müssen Krappenposition, Ecken und Kontur zur Steinform passen. Bei rechteckigen und ovalen Steinen werden Länge und Breite getrennt betrachtet.

Danach folgt die wichtigste Trennung: Cabochon oder facettiert. Ein Cabochon besitzt gewöhnlich eine gewölbte Oberseite und eine flache oder nur leicht gewölbte Unterseite. Ein facettierter Stein besitzt geschliffene Flächen und meist ein Unterteil mit Spitze oder Kiel. Die Fassung muss diesen unterschiedlichen Aufbau aufnehmen können.

Cabochon-Fassungen müssen ausdrücklich so bezeichnet sein

Für einen Cabochon wählen Sie im Shop ausschließlich einen Artikel, dessen Name oder Beschreibung ausdrücklich „Cabochon“ enthält. Die Auflage und die Krappenposition sind für die linsenförmige beziehungsweise unten flachere Form ausgelegt. Eine gewöhnliche Facettenfassung kann den Cabochon zu hoch, zu tief oder nur punktuell halten.

Umgekehrt sind die übrigen Fassungen im Shop grundsätzlich für facettierte Edelsteine vorgesehen, auch wenn das Wort „Facettenfassung“ nicht in jeder Artikelüberschrift steht. Fehlt bei einer Fassung der Zusatz „Cabochon“, wird sie für einen facettierten Stein ausgewählt. Im Zweifel sind die Angaben „Schliff des Edelsteines“ und „Bemerkung“ in der Produktbeschreibung entscheidend.

Edelstein richtig messen

Messen Sie den losen Stein mit einem Messschieber an seiner breitesten Stelle. Bei runden Steinen sind mehrere Durchmesser sinnvoll, weil handwerklich geschliffene Steine geringfügig unrund sein können. Bei Oval, Rechteck, Tropfen oder Navette werden maximale Länge und maximale Breite notiert. Für die endgültige Passprobe zählen außerdem Gesamttiefe, Rundistenstärke, Wölbung des Cabochons und die Lage der Krappen.

Karat hilft bei der Fassungswahl nicht: Es beschreibt Gewicht, nicht Außenmaß oder Tiefe. Zwei Steine mit identischem Gewicht können verschieden groß erscheinen und ganz unterschiedliche Fassungen benötigen. Verlassen Sie sich deshalb immer auf Millimetermaße und den tatsächlichen Sitz.

Die praktische 0,5-mm-Regel

Für die erste Auswahl gilt bei den NaturalGems-Fassungen eine leicht merkbare Praxisregel: Liegt das gemessene Maß nur 0,1 bis 0,4 Millimeter über einem vollen Nennmaß, wird zunächst die Fassung mit diesem Nennmaß gewählt. Ein runder Stein mit 8,1 Millimetern wird daher zuerst in einer 8-mm-Fassung geprüft. Ab 8,5 Millimetern wird auf die nächstgrößere 9-mm-Fassung gewechselt.

Dasselbe Prinzip gilt für 9 Millimeter: 9,1 bis 9,4 Millimeter werden zunächst mit einer 9-mm-Fassung kombiniert; ab 9,5 Millimetern wird die 10-mm-Fassung geprüft. Die Regel ist eine praktische Vorauswahl und kein Versprechen für jeden Stein. Einige Produktbeschreibungen nennen einen größeren Toleranzbereich, doch Höhe, Rundiste, Schliff und individuelle Fassung entscheiden weiterhin über den realen Sitz.

Bei Oval und Rechteck jedes Maß einzeln behandeln

Bei zweidimensionalen Größen wird Länge und Breite jeweils nach derselben 0,5-mm-Regel eingeordnet. Ein rechteckiger Stein mit 10,4 × 8,0 Millimetern wird zunächst mit einer Fassung von 10 × 8 Millimetern kombiniert. Misst der Stein dagegen 10,5 × 8,1 Millimeter, wird die nächste passende Standardgröße geprüft – beispielsweise 11 × 9 Millimeter, sofern dieses Maß für das konkrete Modell angeboten wird.

Die nächstgrößere Fassung ist nicht immer in exakt Ein-Millimeter-Schritten erhältlich. Wählen Sie daher nicht blind irgendeine größere Größe, sondern die nächste tatsächlich angebotene Kombination derselben Form und Schliffart. Ein größerer Längenwert darf nicht durch eine zu enge Breite oder unpassende Krappenposition ausgeglichen werden.

Vor dem Schließen immer trocken einlegen

Legen Sie den Stein zunächst ohne Druck in die offene Fassung. Er sollte mittig sitzen, nicht auf einer einzelnen Kante kippeln und von allen vorgesehenen Krappen erreicht werden. Bei einem facettierten Stein muss die Rundiste sinnvoll zu den Krappen stehen; bei einem Cabochon muss die Unterseite zur Auflage passen. Ein Stein, der nur mit Kraft hineinpasst, ist nicht passend.

Kontrollieren Sie die Lage von oben und von der Seite. Ist eine Ecke bereits eingeklemmt, während die gegenüberliegende Seite hochsteht, wird nicht einfach stärker gedrückt. Nehmen Sie den Stein wieder heraus und prüfen Sie Form, Maße, Tiefe und Fassungsart erneut.

Krappen gleichmäßig und in kleinen Schritten schließen

Zum Schließen eignet sich eine glatte Setzzange oder ein anderes glattes, kontrollierbares Werkzeug. Drücken Sie die Krappen nicht nacheinander vollständig zu. Arbeiten Sie abwechselnd über Kreuz beziehungsweise gegenüberliegend und bewegen Sie jede Krappe nur ein kleines Stück. So bleibt der Stein zentriert und punktueller Druck wird reduziert.

Geriffelte Zangenbacken können das Metall verkratzen. Ungeschützte harte Werkzeuge dürfen nicht über die Steinoberfläche rutschen. Prüfen Sie nach jedem kleinen Arbeitsschritt, ob der Stein noch gerade sitzt. Am Ende müssen die Krappen anliegen, ohne scharf abzustehen; der Stein darf bei vorsichtiger Kontrolle nicht klappern.

Wann besser ein Fachbetrieb übernimmt

Besonders empfindliche Steine wie Opal, Tansanit oder stark eingeschlossene Smaragde können bei falschem Druck beschädigt werden. Auch sehr kleine Steine, dünne Spitzen, Reparaturfassungen, Lötarbeiten und hochwertige Einzelstücke verlangen Erfahrung. Hier ist ein Goldschmiede- oder Fassbetrieb sinnvoller als ein erster Selbstversuch.

Für den Einstieg eignen sich robuste, nicht zu kleine Steine und eine neue, klar passende vorgefertigte Fassung. Wer zunächst an einem weniger wertvollen Stein übt, lernt Werkzeugweg und Druck besser einzuschätzen. Auf Wunsch kann der Shop das Einfassen als Dienstleistung übernehmen; die aktuelle Möglichkeit steht beim jeweiligen Angebot beziehungsweise im Zubehörbereich.

Maßbeispiele

Welche Fassungsgröße passt?

Die Maße dienen der Vorauswahl. Form, Schliffart, Tiefe, Rundiste und die Angaben des konkreten Fassungsartikels müssen zusätzlich passen.

FormSteinmaßFassung prüfen
Rund8,1 mm8 mm
Rund8,5 mm9 mm
Oval9,4 × 7,3 mm9 × 7 mm
Rechteck10,4 × 8,0 mm10 × 8 mm
Rechteck10,5 × 8,1 mm11 × 9 mm